Nachkriegszeit und Wiederbegründung

Nach Kriegsende ließ die britische Militärregierung zunächst die Wiedergründung von Korporationen nicht zu. Die Studenten der ehemaligen Kameradschaften Nr. 5 und Friedrich Friesen schlossen sich der Akademischen Vereinigung Aachen (AVA, Farben: Rot-Gold-Grün) an, die Mitte 1946 als Fachvereinigung zugelassen wurde.

Zum WS 1949 nahm die AVA Kontakt zum noch existenten Hausbauverein Teutonias auf. Nach der Wiederzulassung von Verbindungen an der TH, wurden am 11. Februar 1950 die studentischen AVA-Mitglieder und die Alten Herren der ehemaligen Kameradschaften aufgenommen.

AVA Bundesabend

Bereits im Juni 1950 beteiligte sich Teutonia in Marburg/Lahn an der Wiedergründung der Deutschen Burschenschaft. Neun Jahre darauf, trat sie in das Kartell des Schwarz-Weißen-Rings ein, dem Rugia Berlin, die Burschenschaft der Norddeutschen und Niedersachen Bonn, Thuringia Braunschweig und Schlägel und Eisen Clausthal angehörten. Der Ring verstand sich als Freundschaftskartell, das sich vor den Burschentagen untereinander politisch abstimmte und ein einheitliches Auftreten einforderte. Ein Fraktionszwang wurde hingegen abgelehnt. Aufgrund sich verändernder politischer Ausrichtung der einzelnen Mitglieder löste sich das Kartell 1967 auf.

Im SS 1960 beschloß die Altherrenschaft das durch Kriegseinwirkungen beschädigte Haus abzureißen und neu aufzubauen. Die Schlüsselübergabe des modernen und funktionalen, im charakteristischen Stil der 1960er Jahre errichteten, Korporationshauses fand am 22. Februar 1964 statt.

Das neue Teutonenhaus 1964

Politisch hatte sich Teutonia seit 1933 nur noch marginal in der Öffentlichkeit geäußert. Dies änderte sich 1967 schlagartig. Um an den Tag des Berliner Mauerbaus (13. August 1961) und der noch offenen deutschen Frage zu erinnern, bauten die Aktiven am 13. Juli 1967 ein Abbild der Berliner-Mauer am Elisenbrunnen in Aachen auf. Die Medienpräsenz übertraf alle Erwartungen. Regionale wie überregionale Zeitungen (u. a.: Bild, FAZ) und das ZDF fanden anerkennende Worte über den Einsatz Teutonias.

Mauerbau am Elisenbrunnen 1967

Der historische Kompromiss auf dem Burschentag 1971 brachte – wie bereits 1919 – innerhalb der Deutschen Burschenschaft eine Wiedervereinigung. Die österreichischen Burschenschaften erhielten die Möglichkeit, sich wieder in der DB aktiv zu beteiligen. Im Gegenzug dazu war es den Burschenschaften freigestellt, das fakultative Fechten einzuführen. Die verhältnismäßig große Aktivitas (knapp 40 Aktive) begrüßte diesen Schritt und führte das fakultative Fechten am 8. Dezember 1973 ein. Rückblickend muss eingestanden werden, dass von denjenigen, die sich für das fakultative Fechten einsetzten, nur wenige bis heute Teutonia die Treue gehalten haben. Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel und das totalitäre SED-Regime von der Bildfläche verschwand, wurde der langersehnte burschenschaftliche Traum der Wiedervereinigung endlich Wirklichkeit. Die Aktivitas erlebte dieses Ereignis hautnah in Berlin mit.

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