Die Goldenen 1920er endeten mit einem Knall. An einem einzigen Tag rutschten die Kurse an der New Yorker Börse ins Bodenlose. Am folgenden Tag, dem 25. Oktober 1929, dem so genannten Schwarzen Freitag, wurde auch Europa von den außergewöhnlichen Kursverlusten eingeholt. Die Anleger reagierten panisch, der Handel brach gleich mehrmals zusammen. Endgültig stürzten die Kurse jedoch erst danach ab: Der Dow verlor knapp 13 Prozent - der zweithöchste Verlust in der Geschichte. Die Börsenpanik war der Auftakt der Weltwirtschaftskrise. In allen Industrienationen brach die Wirtschaft ein: Massive Arbeitslosigkeit und Deflation waren die Folgen.

Kriege

Der Ehrbegriff und die Satisfaktion, die als Ausdruck individueller Wehrhaftigkeit wahrgenommen und auf das Vaterland projiziert wurden, verstärkten die Opferbereitschaft der Mitglieder Teutonias. Dies zeigte sich im Ersten Weltkrieg, bei dem sich die Teutonen im hohen Maß freiwillig zum Militär meldeten. Von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges kehrten 21 Bundesbrüder nicht mehr zurück.

Die Niederlage des Deutschen Reichs und die sich daraus ergebenden Folgen ließen das Trennende unter den Burschenschaften zurücktreten. Daher war es naheliegend, dass sich die drei burschenschaftlichen Verbände DB, RVdB und Burschenschaft der Ostmark 1919 zusammenschlossen.

Im WS 1923/24 trat Teutonia als vollberechtigtes Mitglied dem Kartell des Schwarzen Verbands (1923–1930; Mitglieder: Rheno-Guestfalia Darmstadt, Saxo-Silesia Freiburg, Frankonia Gießen, Frisia Göttingen, Germania Marburg) bei. Dieses hatte sich u. a. neben einem strengen Mensurstandpunkt die „Bekämpfung aller das deutsche Volkstum bedrohenden Einflüsse“ auf die Fahne geschrieben. Als am 21. Oktober 1923 unter wohlwollender Förderung durch Franzosen und Belgier die Rheinische Republik durch Separatisten ausgerufen wurde, beteiligte sich Teutonia an der Niederschlagung des Separatistenaufstands in Aachen. Mehrere Bundesbrüder wurden daraufhin durch die belgische Besatzungsmacht völkerrechtswidrig mißhandelt und durch ein belgisches Kriegsgericht zu knapp drei Monaten Haft wegen angeblicher Teilnahme an einer verbotenen Versammlung verurteilt. Insgesamt beteiligten sich elf Teutonen am Rhein- und Ruhrkampf 1923 sowie einer an den Grenzlandkämpfen in Oberschlesien 1921.

Kneipsaal des Teutonenhauses 1925

In den 1920er Jahren hatte sich Teutonia immer stärker völkisch ausgerichtet. Zudem gehörte u. a. mit Adolf Wagner ein hoher NS-Funktionär dem Bund an. Wagner war Gauleiter des NS-Traditionsgaus München-Oberbayern und von 1933 bis 1942 bayerischer Innenminister.

Die völkische Ausrichtung der Aktivitas wurde im Altherrenbund zwar toleriert, aber nicht grundsätzlich unterstützt. Trotz der latenten Zustimmung zum Nationalsozialismus wurde der studentische Traditionalismus, vor allem der waffenstudentische, höher bewertet. Die jüdischen Bundesbrüder reagierten auf die anfängliche Beteiligung ihrer Bundesbrüder in Partei und NS-Organisationen wenig befremdlich. Dies lag daran, dass sie die nationale Identität der jeweiligen Aktivitates zum größten Teil mittrugen. Um den formalen Ausschluß ab 1933 zuvorzukommen und um den Bund nicht zu gefährden, trat bspw. Ernst Albrecht Rose aus dem Bund aus. Es muß jedoch konstatiert werden, dass das Austrittsgesuch erst nach einem wiederholt gestellten Antrag vom Altherrenverband akzeptiert wurde. Rose wurde ein ehrenvoller Austritt gewährt.

Die Auflösung der Deutschen Burschenschaft fand am 18. Oktober 1935 auf der Wartburg im Beisein Adolf Wagners statt, der die wesentliche Kommersrede hielt. Dass dieser den Standpunkt der NSDAP vertrat, zeigte sich am 25. Januar 1936 im Münchner Bürgerbräukeller:

„Ich bin der Auffassung, dass der Gleichschaltung der Korporationen nunmehr endlich ihre Zerstörung folgen muß. Ob sie sich heute teilweise Kameradschaften nennen oder früher Burschenschaften hießen, ist völlig gleichgültig: Teutonia bleibt Teutonia!“

Gemäß dem „Plauener Abkommen“ sollten zwar alle Burschenschaften Kameradschaften des NS-Studentenbunds werden, tatsächlich nahm letzterer aber Anfang 1936 alle diesbezüglichen Zusagen zurück. Erst sein ideeller und personeller Mißerfolg in den beiden folgenden Semestern ließ ihn verstärkt wieder Anschluss an die Altherrenverbände suchen. Für Teutonia bedeutete das die Umwandlung zur Kameradschaft Nr. 5. im WS 1936/37. In ihr wurden die burschenschaftlichen und korporativen Traditionen inoffiziell fortgesetzt.

Grundlage für die Errichtung des neuen Kameradschaftswesens wurden die Stammhäuser und die Stammkameradschaften. Am 9. Oktober 1937 übergab der Hausbauverein als erste Aachener Korporation das sogenannte „Adolf-Wagner-Haus“ an die Kameradschaft Nr. 5. Der Neugründung der „Altherrenschaft Adolf Wagner“ folgten weniger als 50 Prozent der ehemaligen Alten Herren Teutonias. Im Jahr 1940 wurde das Haus von der Wehrmacht und ab September 1941 von einer Flakeinheit belegt. Trotzdem konnte eine Teilzerstörung des Hauses durch die Flächenbombardements der Alliierten nicht abgewendet werden. Das 1942 ausgelagerte Mobiliar ging durch Plünderung in der Nachkriegszeit verloren.

Insgesamt fanden 41 Mitglieder der Kameradschaften (Nr. 5, Friedrich Friesen) und der Altherrenschaft den Tod, elf Teutonen werden vermisst.

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