Im Studium und danach

Die meisten Studentenverbindungen vertreten das Lebensbundprinzip : Wenn man sich für eine Verbindung entscheidet, dann soll diese Entscheidung ein Leben lang Gültigkeit haben. Doch welchen Einfluss hat dieses Prinzip in der Realität?

Am einfachsten zu erkennen ist der Einfluss des Ja zu Teutonia während des Studiums. Partys, Vorträge, Ausflüge und Lerngruppen, das fordert Zeit und Engagement aber bringt Erfahrung, Freude und Spaß. Das Studium findet früher oder später ein Ende. Und dann?

Auch nach dem Studium kann die Mitgliedschaft in unserer Burschenschaft das Leben sehr bereichern. Auf dem Verbindungshaus kommen Jung und Alt zusammen. Neue Mitglieder werden von Anfang an respektiert und unterstützt. Ein günstiges Zimmer im großen Haus und gesponserte Veranstaltungen sind gewiss kein Nachteil. Der junge Fux ist mit seinen Bundesbrüdern per Du – auch mit dem emeritierten Professor oder dem aktiven Vorstandsvorsitzenden. Manchmal ist es einfach köstlich, von den Scherzen und Schoten der Studenten von vor 50 Jahren zu erfahren und darüber zu lachen. Wer offen fragt erhält aber auch ehrliche Antworten, das bietet interessante Einblicke zum Beispiel in die Wirtschaftswelt und die dortigen Abläufe.


Karrieretag mit einem Alten Herren

Diese Art von Kontakten ist sicher auch für den Berufseinsteiger hilfreich. Machen wir uns nichts vor: Heutzutage wird niemand eingestellt, weil er Mitglied in der richtigen Verbindung ist, die Leistung muss stimmen. Aber ehrliche Tipps und Hintergrundinformationen von erfahrenen Leuten in verantwortungsvoller Position, das kann mitunter sehr hilfreich sein. Eine offene Stelle wird kommuniziert, die Bewerbungsunterlagen aus Sicht des Chefs überprüft, die Fürsprache eines Bundesbruders erwirkt einen Vertrauensvorschuss…
Die Kontakte bleiben bestehen und sie bleiben interessant, auch später, wenn man seine eigene berufliche Position gefestigt hat. Und bedeutender als die professionellen Aspekte ist und bleibt der menschliche Zusammenhalt. Auch nach Jahrzehnten kommt man mit seinen Studienfreunden zusammen, feiert auf dem Verbindungshaus mit Jung und Alt und gibt seine Erfahrung an die Studenten weiter.

Von ganz besonderer Bedeutung ist die Verbindung aber im Alter. Wir betrachten die typische Altersstruktur, die sich im Mittel bei den Veranstaltungen Teutonias einstellt: Neben den aktiven Studenten finden sich oft die frischen Absolventen als junge Alte Herren, deren persönliche Bindungen besonders eng sind und die deshalb sehr häufig den Weg nach Aachen finden, falls sie nicht ohnehin noch dort wohnen (zum Beispiel zur Promotion).
Es schließt sich eine Altersgruppe an, die deutlich seltener Zeit für die gemeinsamen Veranstaltungen findet. Nach dem Berufseinstieg folgt eine Phase, in der die Entwicklung der eigenen Karriere beziehungsweise der Aufstieg im Unternehmen Priorität hat und sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Nicht selten fällt in diese Phase zusätzlich das Gründen einer Familie.


Zusammenkunft auf dem Haus

Spätestens mit der Rente hat man aber wieder Zeit. Und die lässt sich hervorragend nutzen, um wieder vermehrt am Verbindungsleben teilzuhaben. Hier schließt sich der Kreis. Nicht nur will der junge Student Informationen haben, der Alte Herr will sie auch geben. Es tut gut, sein Wissen weitergeben zu können und zu sehen, wie die jungen Bundesbrüder davon profitieren und sich entwickeln. Nicht zu unterschätzen ist und bleibt Bedeutung des sozialen Kontaktes. Die Möglichkeit, während des eigenen Lebensabends mit vielen jungen Menschen im engen und vertrauten Kontakt zu stehen, bietet sich nicht vielerorts. Für die meisten Menschen ist oft nur noch die Familie da. Für die Bundesbrüder wird Teutonia zur zweiten Familie, einer Familie mit vielen Mitgliedern aus allen Altersgruppen, vielschichtig und herzlich. Hier feiern Jung und Alt gemeinsam, auch bis in den Morgen. Nicht immer ist klar, wer dabei den größten Spaß hat…

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