Glossar

Alte Herren

Mitglieder einer Burschenschaft, welche im Berufsleben stehen oder auch schon im Ruhestand sind. Viele Aktivitäten außerhalb des regulären Aktivenlebens werden durch die Altherrenschaft unterstützt; sie ist entweder beratend, wenn einzig die studierenden Bundesbrüder betroffen sind, oder kooperativ leitend, wenn die gesamte Burschenschaft betroffen ist. Die Altherrenschaft ist ähnlich dem Aktivitas strukturiert.

Aktivitas

Gesamtheit der studierenden Mitglieder einer Burschenschaft. Dazu zählen Füxe und Aktive, welche sich im Studium befinden, sowie Inaktive, die sich auf ihr Examen vorbereiten oder es gerade hinter sich haben.

Allgemeine Deutsche Burschenschaft (ADB)

Der Korporationsverband (eine Art Dachorganisation) vereint um die 30 Burschenschaften aus der Bundesrepublik Deutschland.

Der Verband wurde 2016 von vielen Bünden, die zuvor aus der Deutschen Burschenschaft ausgetreten sind, feierlich in Jena gegründet.

Oberstes Gremium der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft ist der parlamentarisch organisierte Burschentag, der in der Regel einmal im Jahr am letzten Wochenende im September in Jena zusammentritt.

Altherrenverband

Organisatorischer Zusammenschluss der Alten Herren.

auf dem Haus (adH)

bezeichnet Veranstaltungen, die in unserem Verbindungshaus stattfinden. Die Bezeichnung „auf dem Haus“ hat sich im Sprachgebrauch bei Verbindungen gegenüber „im Haus“ eingebürgert.

Bursch

Vollmitglied der Aktivitas, welches erfolgreich die Prüfungen in der Probezeit als Fux bestanden hat. Der Begriff Bursch bzw. Bursche entwickelte sich im 17. Jahrhundert aus der „Burse“ (lat. bursa / [Geld-]Beutel), was später mit der Bedeutung einer finanziell voneinander abhängigen studentischen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft gleichgesetzt wurde.

Burschenschaft

Es handelt sich um eine alte überlieferte Form von Studentenverbindungen mit politischem Selbstverständnis. Die Burschenschaften entwickelten sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon als Studentenbewegung, welche für die Demokratisierung und Abschaffung der deutschen Kleinstaaterei einstand.

Burschenschaften finden sich heute an Hochschulorten in der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich und Chile.

Unser politisches Wirken zeigt sich im Engagement in hochschulpolitischen Gremien, der Förderung von Politikinteresse unserer Mitglieder und in der Gesellschaft, sowie der Mitarbeit unserer Mitglieder in verschiedenen Parteien.

Bundesbruder (Bb!)

Jedes Mitglied in einer Burschenschaft ist dem anderen Mitglied ein Bundesbruder. Dabei wird unterschieden zwischen Füxen, Aktiven, Inaktiven und Alten Herren.

c.t. und s.t.

Diese Abkürzungen bezeichnen zusammen mit der Uhrzeit (in der Regel die ganze Stunde) den Beginn einer Veranstaltung. s.t. - sine tempore - bedeutet pünktlich zur angegebenen Zeit, während h c.t. - cum tempore - bedeutet, dass die Veranstaltung 15 Minuten später beginnt. Vorlesungen etwa beginnen meistens c.t.

Chargen

Vorstandsämter in einer Studentenverbindung. Sie werden von den Chargierten wahrgenommen. Teilweise werden als Abkürzung die sogenannten Chargenzeichen x, xx und xxx (Kreuz, Doppelkreuz und Dreifachkreuz) verwendet. Normalerweise sind die Chargen: Sprecher (x), Schriftwart (xx) und Fechtwart (xxx), dies unterscheidet sich aber von Burschenschaft zu Burschenschaft.

Chargierte

Die Chargierten sind aktive Mitglieder der Burschenschaft, die Chargen bekleiden und repräsentieren die Burschenschaft auf Veranstaltungen als Leiter oder als Beisitz der Leitung auf Veranstaltungen anderer Verbindungen.

Convent

Der Convent ist die Mitgliederversammlung einer Burschenschaft, bei der alle Teilnahmeberechtigten volles und gleichberechtigtes Stimmrecht haben. Dieser basisdemokratische Entscheidungsgrundsatz wird auch als Conventsprinzip bezeichnet. Auf dem Convent werden alle die Gemeinschaft betreffenden Belange erörtert. Er dient somit der Selbstverwaltung. Die Teilnahmeberechtigung hängt von der Art des Convents ab. Wir unterscheiden Aktivenconvent, Burschenconvent, Altherrenconvent, Bundesconvent und Convente der ÖB.


Corona

Gesamtheit der passiven Teilnehmer einer Veranstaltung. In der Entwicklung studentischer Feiern aus dem Hospitium (Mitte des 18. Jhd.), einem Besuch bei einem Studenten mit Bewirtung der Gäste und Leitung durch den Gastgeber, wurde die Unterscheidung zwischen der Corona (den Gästen) und dem Präsidium (Gastgeber) fortgeführt.


Couleur/ Farben

Das äußerliche Erkennungszeichen einer Burschenschaft. Sie werden in Form eines Brustbandes und einer Mütze getragen.

Fux

Die Fuxenzeit ist eine etwa zweisemestrige Probezeit. Der Fux und die Verbindung lernen sich in dieser Zeit kennen. Der Fux ist Mitglied der Aktivitas, hat jedoch noch nicht alle Rechte und Pflichten eines Aktiven. In der Fuxenzeit lernt der junge Bundesbruder (hochschul-)politische, geschichtliche, soziale und verbindungsspezifische Themen. Nach einer Prüfung in diesen Themen, auf die er in den Fuxenstunden vorbereitet wurde, wird der Fux als Vollmitglied in die Aktivitas aufgenommen. Der Fux trägt das Fuxenband, welches meist nur aus zwei der drei Farben einer Burschenschaft besteht.

Fuxmajor

Ein erfahrenes Mitglied der Burschenschaft, dem die Vermittlung von Werten, Zielen und Wissen über und um die Verbindung gegenüber den Füxen obliegt. Er ist Fürsprecher der jungen Bundesbrüder auf dem Convent, Leiter der Fuxenstunden und der Fuxenprüfung.

Kneipe

Die Kneipe ist eine traditionelle Art von studentischer Feier. In ihrer modernen Form findet die Kneipe häufig im Festsaal (Kneipsaal) eines Verbindungshauses statt. Die Kneipe folgt bestimmten Regeln (dem Kneip-Comment), über deren Einhaltung das Präsidium wacht.

In strukturiertem Ablauf durch Leitung des Präsidiums wechseln sich Gesang, das Halten von Reden und freie Phasen (Colloquii), die zum persönlichem Gespräch der Corona dienen, ab. Nach dem offiziellen Teil folgt der Inoffiz, in welchem die Regeln gelockert werden, das Präsidium „ausgetauscht“ werden kann und diverse studentische Traditionen, wie beispielsweise der Mitternachtsschrei, ausgeübt werden.

Kommers

Der Kommers ist eine hochoffizielle Feier bei Studentenverbindungen und Vereinen. Es handelt sich um eine festliche und repräsentative Form der Kneipe. Kommerse finden üblicherweise anlässlich von Stiftungsfesten oder Jubiläen statt. Im Gegensatz zur Kneipe gibt es keine Unterteilung in offiziellen und inoffiziellen Teil und der Kommers wird von einer feierlichen Form beherrscht. Der Vorstand trägt zu solchen Anlässen eine Art Tracht, den Chargenwichs.

Konkneipant

Als Konkneipant wird ein Mitglied einer Burschenschaft bezeichnet, das aus verschiedenen Gründen nicht als Fux aufgenommen werden kann, etwa weil er sein Studium schon abgeschlossen hat oder weil derjenige gar nicht studiert. Mit diesem Status soll besonders interessierten oder verdienten Gästen die Möglichkeit gegeben werden, sich in unsere Gemeinschaft zu integrieren. Konkneipanten erhalten meist nur die Mütze.

Mensur

Traditioneller, streng reglementierter studentischer Fechtkampf. Sie wird mit sogenannten Korb- oder Glockenschlägern durchgeführt.

Das Training (das sogenannte Pauken) findet in einem eigens dafür vorbereiteten Raum statt: dem Paukkeller. Verletzungsgefahr besteht hierbei nicht, da die beiden Paukanten Schutzkleidung aus Leder und dickem Stoff tragen.

Örtliche Burschenschaft (ÖB)

Die Burschenschaften in der Deutschen Burschenschaft an einem Hochschulort schließen sich zur ÖB zusammen. Innerhalb der ÖB werden unter anderem Fragen des burschenschaftlichen Lebens am Hochschulort und der hochschulpolitischen Arbeit.

Präsidium

Aktive Teilnehmer (Leitung) von traditionellen Veranstaltungen. Das Präsidium erfüllt repräsentative Aufgaben. Es führt durch die Veranstaltung, erteilt Rednern das Wort und wacht über Anstand, Sitten und Gebräuche. In Studentenverbindungen bildet zu Beginn der Veranstaltungen üblicherweise der Vorstand (die Chargierten) das Präsidium. Je nach Ablauf einer Veranstaltung können sich die Präsiden zu fortgeschrittener Zeit auswechseln lassen.

Stiftungsfest

Jährliche, mehrtägige Feier zur Erinnerung an die Gründung einer Burschenschaft. Zu Stiftungsfesten wird auch die Jahreshauptversammlung der Burschenschaft, der Bundesconvent, durchgeführt.

Schläger

Traditionelle Fechtwaffe von schlagenden Verbindungen. Für gewöhnlich wird westlich der Elbe mit dem Korbschläger gefochte, östlich davon mit dem Glockenschläger.

Vereinigung alter Burschenschafter (VaB)

In den meisten größeren Städten gibt es einen Zusammenschluß von Alten Herren verschiedener Burschenschaften. So hat man, egal wo man beruflich oder familiär weilt, immer einen Anlaufpunkt für Kontakte.

Wichs

Eine Art Tracht, die charakteristisch für jede Verbindung ist und vom Präsidium nur zu besonderen Anlässen getragen wird. Der „Chargenwichs“ lehnt sich in der Regel stark an die Kleidung des Lützowschen Freikorps vom Anfang des 19. Jahrhunderts an: schwarze Husarenjacke, Pekesche genannt, Barett mit Feder und Kokarde, Reithosen und Stulpenstiefel, dazu den Schläger, der in diesem Fall eine stumpfe Klinge eingezogen hat. Die Schärpen, die früher die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Zug oder den Rang eines Soldaten anzeigte, sind heute in den Farben der jeweiligen Burschenschaft gehalten.

Zirkel

Schriftzeichen zur Erkennung einer Studentenverbindung. Er ist eine Ligatur der Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamens und/oder eines Leitspruchs.

Im verbindungsstudentischen Umfeld wird der Zirkel hinter die Unterschrift gesetzt, um die Zugehörigkeit zu einer Burschenschaft zu zeigen.